Handwerkerkosten absetzen über 2 Jahre oder länger ist für Vermieter kein Trick, sondern ein Wahlrecht aus dem Gesetz. Ein neues Bad, neue Fenster oder eine neue Heizung kosten schnell 20.000 oder 30.000 Euro. Im Regelfall zählt das Geld im Jahr der Zahlung voll als Werbungskosten. § 82b der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung erlaubt stattdessen, den Betrag gleichmäßig auf zwei bis fünf Jahre zu strecken. Dieser Ratgeber zeigt, wer das darf, wann es mehr Steuer spart als der Sofortabzug, wie Sie es in die Anlage V schreiben und was mit dem Rest passiert, wenn Sie das Haus verkaufen oder sterben. Selbstnutzer haben einen eigenen, kleineren Weg, auch er steht hier.
Erhaltungsaufwand verteilen nach § 82b EStDV: Voraussetzungen beim Wohngebäude
Erhaltungsaufwand verteilen dürfen Sie, wenn vier Bedingungen erfüllt sind. Erstens geht es um Erhaltung, also um Arbeiten, die Vorhandenes instand setzen oder durch Gleichwertiges ersetzen. Zweitens gehört das Gebäude zum Privatvermögen, nicht zu einem Betrieb. Drittens dient es überwiegend Wohnzwecken. Viertens erzielen Sie daraus Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Treffen alle vier Punkte zu, können Sie die Kosten abweichend vom Zufluss- und Abflussprinzip des § 11 Abs. 2 EStG gleichmäßig auf 2 bis 5 Jahre legen.
„Überwiegend Wohnzwecken“ hat eine klare Messlatte: Die Wohnfläche muss mehr als die Hälfte der gesamten Nutzfläche ausmachen. Garagen zählen zur Wohnfläche, solange je Wohnung höchstens ein Auto darin steht. Stellplätze für weitere Wagen gelten als nicht Wohnzwecken dienend.
Für Gewerbeobjekte und für Häuser im Betriebsvermögen gilt die Regel nicht. Dort bleibt es beim sofortigen Abzug. Zwei Sonderwege gibt es trotzdem: Für Baudenkmale und für Gebäude in förmlich festgelegten Sanierungsgebieten erlauben § 11a und § 11b EStG dieselbe Streckung auf zwei bis fünf Jahre, und zwar ohne die Bedingung der Wohnnutzung. Mehr dazu erklärt der Ratgeber Denkmal-AfA.
Handwerkerkosten absetzen über 2 Jahre als Selbstnutzer: die Zahlung teilen
Handwerkerkosten absetzen über 2 Jahre geht auch im selbst bewohnten Haus, nur nicht nach § 82b. Wer selbst wohnt, hat keine Werbungskosten. Er erhält nach § 35a Abs. 3 EStG eine Steuerermäßigung von 20 Prozent der Arbeitskosten, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Material zählt nicht. Der Deckel gilt je Kalenderjahr, und welches Jahr zählt, bestimmt die Zahlung nach § 11 Abs. 2 EStG.
Daraus folgt der einzige Hebel: die Zahlung teilen. Ein neues Bad im eigenen Haus kostet 22.000 Euro, davon 12.000 Euro Arbeitskosten. 20 Prozent wären 2.400 Euro, in einem Jahr gibt es aber nur 1.200 Euro. Vereinbaren Sie mit dem Betrieb eine Abschlagsrechnung über die Hälfte, zahlen Sie diese im Dezember und den Rest im Januar. Dann fallen je 6.000 Euro Arbeitskosten in zwei Jahre, und Sie erhalten zweimal 1.200 Euro statt einmal.
Dafür muss jede Rechnung die Arbeitskosten ausweisen, und das Geld muss auf das Konto des Betriebs fließen (§ 35a Abs. 5 Satz 3 EStG). Andere Handwerker im selben Jahr zählen in den Deckel mit. Was § 35a sonst regelt, steht im Ratgeber Handwerkerkosten absetzen. Vermieter brauchen diesen Umweg nicht: Für sie gibt es keinen Deckel, und um ihre Verteilung geht es im Rest dieses Ratgebers.
Größerer Erhaltungsaufwand: welche Maßnahmen sich verteilen lassen
Größerer Erhaltungsaufwand ist alles, was über die laufende Pflege hinausgeht und den Bestand erneuert. Typisch sind der Tausch aller Fenster, eine neue Heizung, ein saniertes Bad, eine neue Elektrik, neue Leitungen oder ein frischer Estrich mit Bodenbelag. Auch eine neue Dacheindeckung gehört dazu, solange das Dach nur ersetzt und nicht ausgebaut wird. Wann ein Dach sofort abziehbar ist und wann nicht, erklärt der Beitrag Dachsanierung absetzen.
Nicht verteilbar ist Herstellungsaufwand. Er liegt vor, wenn etwas Neues entsteht, die Fläche wächst oder der Standard in mehreren Kernbereichen deutlich steigt. Die Rechtsprechung schaut dafür auf vier Bereiche: Heizung, Sanitär, Elektrik und Fenster. Werden mindestens drei davon in einem engen Zeitraum spürbar aufgewertet, spricht das für einen Standardsprung. Solche Kosten fließen in die AfA, nicht in die Verteilung. Den Begriff erklärt der Eintrag Erhaltungsaufwand im AfA-Lexikon.
Jede Maßnahme wird für sich betrachtet. Lassen Sie 2026 die Fenster tauschen und 2027 das Bad sanieren, wählen Sie für beide getrennt: die Fenster etwa auf drei Jahre, das Bad sofort. Die Zeiträume laufen dann nebeneinander her.
Eine Mindestsumme nennt § 82b EStDV nicht, dort steht nur „größere Aufwendungen“. Die oft genannten 4.000 Euro stammen aus R 21.1 Abs. 2 EStR und regeln etwas anderes: Kostet eine Baumaßnahme höchstens 4.000 Euro ohne Umsatzsteuer, wird sie auf Antrag stets als Erhaltungsaufwand behandelt, ohne Prüfung auf Herstellungsaufwand. Die Grenze klärt also die Einordnung, nicht die Verteilung. Bleibt es bei Erneuerung, ist auch eine Rechnung über 40.000 Euro Erhaltung und darf verteilt werden.
Eine Ausnahme gilt in den ersten drei Jahren nach dem Kauf. Dann zählen Instandsetzungen zur 15-Prozent-Grenze des § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG, auch kleine. Reißen die Kosten diese Grenze, werden sie zu anschaffungsnahen Herstellungskosten und lassen sich weder sofort abziehen noch nach der Verteilungsregel strecken. Wie Sie die Grenze berechnen, zeigt der Ratgeber anschaffungsnahe Herstellungskosten.
Voll abzuziehende Erhaltungsaufwendungen oder verteilen: die Entscheidungshilfe
Voll abzuziehende Erhaltungsaufwendungen sind der Normalfall, die Verteilung ist die Ausnahme, für die Sie sich entscheiden müssen. Welche Wahl besser ist, hängt fast nur an einer Frage: Gegen welchen Steuersatz wirkt jeder abgezogene Euro? Der Tarif in § 32a EStG steigt mit dem Einkommen. Ein Euro Abzug spart bei 30.000 Euro zu versteuerndem Einkommen rund 28 Cent, bei 80.000 Euro dagegen 42 Cent.
Ein großer Abzug in einem Jahr drückt das Einkommen durch mehrere Stufen des Tarifs: Die ersten Euro sparen viel, die letzten wenig, und unterhalb des Grundfreibetrags von 12.348 Euro (2026) gar nichts. Verteilt bleibt jeder Teil in der Zone, in der er am meisten wert ist.
Diese Punkte sprechen für die Verteilung:
- Ihr Einkommen ist im Zahlungsjahr niedrig, etwa durch Elternzeit, Teilzeit oder ein Studium.
- Ihr Einkommen steigt in den nächsten Jahren absehbar.
- Der Abzug würde das zu versteuernde Einkommen in den Grundfreibetrag oder ins Minus drücken.
- Sie haben im selben Jahr schon andere hohe Abzüge, etwa eine zweite Sanierung.
Diese Punkte sprechen für den Sofortabzug:
- Ihr Einkommen ist hoch und bleibt auch nach dem Abzug in der Zone von 42 Prozent.
- Ihr Einkommen sinkt bald, zum Beispiel durch den Eintritt in die Rente.
- Sie brauchen die Erstattung jetzt, etwa um den Kredit für die Sanierung zu bedienen.
- Ein Verkauf ist geplant, dann fällt der Rest ohnehin bald an.
Ein Minus aus der Vermietung wird mit Lohn oder Rente verrechnet, ein Rest geht über § 10d EStG in den Verlustrücktrag oder -vortrag. Verschenkt ist vor allem, was im Grundfreibetrag verpufft.
Handwerkerkosten über mehrere Jahre absetzen: Rechenbeispiel mit Steuersatz
Handwerkerkosten über mehrere Jahre absetzen lohnt sich, das zeigt ein Fall mit echten Zahlen. Eine Vermieterin lässt in ihrem Mietshaus für 30.000 Euro Fenster und Bad erneuern. Ohne die Sanierung liegt ihr zu versteuerndes Einkommen jedes Jahr bei 40.000 Euro. Gerechnet ist mit dem Tarif 2026 für Ledige, ohne Soli und Kirchensteuer.
| Variante | Abzug je Jahr | Einkommen danach | Ersparnis je Jahr | Ersparnis gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Sofortabzug 2026 | 30.000 Euro | 10.000 Euro | 7.209 Euro | 7.209 Euro |
| Verteilung auf 2 Jahre | 15.000 Euro | 25.000 Euro | 4.359 Euro | 8.718 Euro |
| Verteilung auf 3 Jahre | 10.000 Euro | 30.000 Euro | 2.992 Euro | 8.976 Euro |
| Verteilung auf 5 Jahre | 6.000 Euro | 34.000 Euro | 1.837 Euro | 9.185 Euro |
Der Sofortabzug drückt ihr Einkommen auf 10.000 Euro, also unter den Grundfreibetrag. Die Einkommensteuer von 7.209 Euro fällt komplett weg, doch gut 2.300 Euro des Abzugs wirken gar nicht. Bei fünf Jahren bleibt jeder Teilbetrag im Bereich von etwa 30 Prozent. Unterm Strich spart sie so knapp 2.000 Euro mehr.
Der Preis dafür ist Zeit. Beim Sofortabzug kommt das Geld mit dem nächsten Bescheid, bei der Verteilung in fünf Raten. Wer die Erstattung für die Tilgung braucht, kann einen Mittelweg wählen: Schon zwei Jahre holen hier den größten Teil des Vorteils.
Ganz anders sieht es bei hohem Einkommen aus. Liegt es jedes Jahr bei 90.000 Euro, spart der Sofortabzug 12.431 Euro und eine Verteilung über fünf Jahre 12.600 Euro. Die 169 Euro Abstand wiegen den späteren Zufluss kaum auf, der volle Abzug ist hier meist besser. Welcher Steuersatz bei Ihnen auf die Miete wirkt, erklärt der Ratgeber Mieteinnahmen versteuern.
Handwerkerleistungen über mehrere Jahre absetzen bei steigendem oder sinkendem Einkommen
Handwerkerleistungen über mehrere Jahre absetzen ist am stärksten, wenn sich das Einkommen ändert. Zwei Fälle mit denselben 30.000 Euro machen das deutlich.
Fall 1: Das Einkommen steigt. Ein Vermieter arbeitet 2026 in Teilzeit und kommt auf 32.000 Euro. Ab 2027 verdient er wieder voll, das Einkommen liegt bei 72.000 Euro. Zieht er alles 2026 ab, sinkt die Steuer dieses Jahres auf null, er spart 4.787 Euro. Verteilt er auf fünf Jahre, wirken vier der fünf Raten gegen rund 41 bis 42 Prozent. Die Ersparnis steigt auf 11.646 Euro, bei drei Jahren sind es 10.901 Euro. Der Unterschied liegt also bei fast 7.000 Euro.
Fall 2: Das Einkommen sinkt. Eine Vermieterin verdient 2026 noch 75.000 Euro, ab 2027 bezieht sie Rente und kommt auf 30.000 Euro. Der Sofortabzug spart 11.529 Euro, weil er gegen den hohen Satz des letzten Arbeitsjahres läuft. Die Verteilung auf fünf Jahre bringt nur 9.039 Euro, auf drei Jahre 9.453 Euro. Hier ist der Abzug im Zahlungsjahr klar besser.
| Lage | Sofortabzug | 3 Jahre | 5 Jahre |
|---|---|---|---|
| Einkommen steigt (32.000 auf 72.000 Euro) | 4.787 Euro | 10.901 Euro | 11.646 Euro |
| Einkommen sinkt (75.000 auf 30.000 Euro) | 11.529 Euro | 9.453 Euro | 9.039 Euro |
Die Lehre daraus: Nicht die Höhe der Rechnung entscheidet, sondern der Verlauf Ihres Einkommens. Rechnen Sie vor der Abgabe der Erklärung zwei oder drei Varianten durch. Alle Zahlen hier sind Richtwerte, Ihr eigener Fall kann davon abweichen.
Erhaltungsaufwand auf 2 bis 5 Jahre verteilen: den Zeitraum wählen
Erhaltungsaufwand auf 2 bis 5 Jahre verteilen heißt: Sie legen die Zahl der Jahre selbst fest. Wer zwei Jahre wählt, teilt die Summe durch zwei, wer fünf wählt, durch fünf. Eine Staffel mit viel am Anfang und wenig am Ende ist nicht erlaubt, das Gesetz verlangt gleiche Teile.
Handwerkerkosten absetzen über 2 Jahre passt, wenn nur das Zahlungsjahr schwach ist und es danach normal weitergeht. Fünf Jahre passen, wenn das Einkommen über längere Zeit steigt oder wenn der Abzug je Jahr klein bleiben soll, damit er sicher in jedes Jahr passt. Drei oder vier Jahre sind der Mittelweg.
Ein Verkauf, ein Umzug in die eigene Wohnung oder ein Erbfall beenden die Verteilung vorzeitig. Wer bald verkaufen will, gewinnt mit fünf Jahren wenig.
Erhaltungsaufwendungen in der Steuererklärung: so tragen Sie die Verteilung ein
Erhaltungsaufwendungen in der Steuererklärung stehen in der Anlage V im Bereich der Werbungskosten. Dort gibt es getrennte Felder. In das eine tragen Sie voll abzuziehende Erhaltungsaufwendungen ein. In einem zweiten nennen Sie den Gesamtaufwand des Jahres, den Sie verteilen wollen, und daneben den Teil, der schon jetzt zählt. Weitere Felder nehmen die Raten aus früheren Jahren auf, je Jahr eines.
Das Wahlrecht üben Sie durch diesen Eintrag aus. Ein eigener Antrag ist nicht nötig. Schreiben Sie im ersten Jahr nur den Teilbetrag in die Erklärung, hat das Finanzamt Ihre Wahl.
Ein Beispiel mit Zahlen: Sie sanieren 2026 eine vermietete Wohnung in Offenburg für 24.000 Euro und wählen drei Jahre. In der Anlage V 2026 steht der Gesamtaufwand von 24.000 Euro mit einem Anteil von 8.000 Euro. 2027 und 2028 tragen Sie jeweils 8.000 Euro als Anteil aus 2026 ein.
Führen Sie dazu eine kleine Liste: Maßnahme, Datum der Zahlung, Summe, gewählte Jahre, bereits angesetzt, noch offen. Legen Sie sie der Erklärung bei oder halten Sie sie bereit.
Handwerkerrechnung auf mehrere Jahre verteilen: Zahlung, Belege, Abschläge
Eine Handwerkerrechnung auf mehrere Jahre verteilen setzt voraus, dass sie bezahlt ist. Maßgeblich ist das Jahr, in dem das Geld abfließt, nicht das Datum der Rechnung. Eine Rechnung vom Dezember 2026, die Sie im Januar 2027 überweisen, gehört zum Aufwand von 2027.
Fließt eine Maßnahme in zwei Jahren ab, etwa über Abschläge, gehört jeder Teil in das Jahr seiner Zahlung. Die Anlage V fragt den Aufwand je Jahr ab. Für jeden Jahresbetrag treffen Sie deshalb eine eigene Wahl, wobei sich ein einheitlicher Zeitraum meist anbietet.
Als Beleg brauchen Sie eine Rechnung auf Ihren Namen, aus der Art und Ort der Arbeit hervorgehen, und den Nachweis der Zahlung. Die Pflicht zur Überweisung aus § 35a EStG gilt für Vermieter nicht. Eine Barzahlung ist beim Werbungskostenabzug also erlaubt, die Überweisung macht den Nachweis aber leichter.
§ 82b EStDV bei Verkauf, Tod und Ende der Vermietung
§ 82b EStDV regelt in Absatz 2, was mit dem Rest geschieht, wenn die Verteilung vorzeitig endet. In allen Fällen gilt: Der offene Betrag zählt auf einmal im Jahr des Ereignisses. Er geht also nicht verloren, er kommt nur früher.
Verkauf: Verkaufen Sie das Haus, ziehen Sie den noch nicht verbrauchten Teil im Jahr des Verkaufs voll ab. Haben Sie 30.000 Euro auf fünf Jahre gelegt und verkaufen im dritten Jahr, sind noch 18.000 Euro offen. Sie zählen komplett in diesem Jahr, die Rate dieses Jahres steckt darin schon. Ob der Verkauf selbst Steuer kostet, steht im Ratgeber zur Spekulationssteuer.
Ende der Vermietung: Ziehen Sie selbst ein oder nutzen Sie das Haus sonst nicht mehr zur Erzielung von Einkünften, gilt dasselbe. Der Rest zählt im Jahr des Wechsels. Ein kurzer Leerstand zwischen zwei Mietern beendet die Verteilung nicht, solange Sie weiter vermieten wollen und das belegen können. Auch der Wechsel ins Betriebsvermögen löst den Restabzug aus.
Tod: Stirbt der Vermieter während der Verteilung, führt der Erbe sie nicht fort. Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil vom 10.11.2020 (IX R 31/19) entschieden, dass der offene Teil im Todesjahr beim Verstorbenen abzuziehen ist. Der Regel in R 21.1 Abs. 6 EStR, nach der die Erben weiter verteilen konnten, ist das Gericht nicht gefolgt. Der Abzug landet damit in der letzten Erklärung des Erblassers, die die Erben abgeben.
Schenkung: Für die Übertragung zu Lebzeiten gibt es kein eigenes Urteil. Klären Sie vor einer Schenkung mit Ihrem Steuerberater, ob der Rest noch bei Ihnen zählt.
Erhaltungsaufwand und Abschreibung: warum die Verteilung keine AfA ist
Erhaltungsaufwand und Abschreibung werden oft verwechselt, weil beide Kosten auf mehrere Jahre legen. Die Verteilung ist freiwillig, Sie wählen die Dauer zwischen zwei und fünf Jahren, und danach ist der Betrag vollständig abgezogen. Die AfA ist Pflicht, die Dauer steht im Gesetz, und bei Gebäuden reicht sie oft über 33, 40 oder 50 Jahre.
In die AfA kommen Herstellungskosten und anschaffungsnahe Herstellungskosten. Dort gibt es kein Wahlrecht: Ein Anbau oder ein deutlich höherer Standard wird mit dem Gebäude über Jahrzehnte abgeschrieben. Wie hoch Ihre jährliche AfA mit allen Posten ausfällt, rechnet der AfA-Rechner für Sie aus.
Dieselben 30.000 Euro bringen als Erhaltung bei fünf Jahren je 6.000 Euro Abzug. Als Herstellungskosten bei 2 Prozent AfA sind es 600 Euro im Jahr, über 50 Jahre. Wer kurz nach dem Kauf saniert, sollte die Grenze deshalb vorher prüfen. Welche Renovierungen in jedem Fall sofort zählen, steht unter Renovierungskosten Mietwohnung absetzen.
Beide Wege laufen nebeneinander: Während Sie eine Sanierung verteilen, läuft die Gebäude-AfA weiter, und dort steckt oft der größere Betrag.
Erst Restnutzungsdauergutachten, dann sanieren: Verteilung mit höherer Gebäude-AfA kombinieren
Die Verteilung glättet eine einzelne Rechnung. Die Gebäude-AfA wirkt dagegen jedes Jahr, Jahrzehnte lang. Für die meisten Häuser, die zwischen 1925 und 2022 fertig wurden, sind es 2 Prozent, also eine Nutzung von 50 Jahren. Viele ältere Mietshäuser halten aber nicht mehr so lange. § 7 Abs. 4 Satz 2 EStG erlaubt dann einen höheren Satz, wenn Sie eine kürzere tatsächliche Nutzungsdauer nachweisen. Den Nachweis liefert ein Restnutzungsdauergutachten nach den Regeln der ImmoWertV 2021 (§ 4 Abs. 3, Anlage 2).
Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil IX R 25/19 vom 28.07.2021 entschieden, dass jede im Einzelfall geeignete Methode genügt. Mit IX R 14/23 vom 23.01.2024 hat er das bestätigt und klargestellt, dass das Gutachten auf das konkrete Haus eingehen muss. Das BMF-Schreiben vom 22.02.2023, das den Nachweis erschwert hatte, wurde mit BMF-Schreiben vom 01.12.2025 aufgehoben. Ob Ihr Finanzamt das Gutachten anerkennt, prüft es im Einzelfall.
Entscheidend ist die Reihenfolge. Eine Modernisierung verlängert die Restnutzungsdauer. Lassen Sie das Gutachten also erstellen, solange das Haus noch im alten Zustand ist. Dann fällt die Restnutzungsdauer kurz und der AfA-Satz hoch aus. Erst danach sanieren Sie und verteilen den Aufwand. Wer in Offenburg und der Ortenau ein älteres Mietshaus herrichten will, sollte diese Frage vor dem ersten Auftrag an einen Handwerker klären.
Den doppelten Hebel zeigt wieder die Vermieterin mit 40.000 Euro Einkommen. Ihr Haus in Offenburg hat einen Gebäudewert von 250.000 Euro. Mit 2 Prozent schreibt sie 5.000 Euro im Jahr ab. Weist ein Gutachten 25 Jahre Restnutzungsdauer nach, steigt der Satz auf 4 Prozent und die AfA auf 10.000 Euro. Ihr Einkommen sinkt auf 35.000 Euro, das spart rund 1.539 Euro Steuer, jedes Jahr. Zugleich wird die Verteilung wertvoller: Der Sofortabzug der 30.000 Euro bringt jetzt 5.670 Euro, fünf Jahre Verteilung bringen 8.670 Euro. Der Vorsprung wächst von knapp 2.000 auf 3.000 Euro, weil vom Sofortabzug noch mehr im Grundfreibetrag verpufft.
Das funktioniert sogar rückwirkend. Lässt sich der frühere Zustand belegen, kann das Gutachten auf einen Stichtag in der Vergangenheit erstellt werden. Die höhere AfA gilt dann für alle Jahre, deren Bescheid noch offen ist. Wie das geht, erklärt der Beitrag Nutzungsdauer-Gutachten rückwirkend.
Ob sich das für Ihr Haus lohnt, zeigt der Restnutzungsdauer-Rechner in wenigen Minuten. Den Festpreis für Ihr Objekt sehen Sie im Preisrechner. Ein Gutachten gibt es ab 895 Euro, und bei Vermietung zählen die Kosten in der Regel selbst als Werbungskosten.
Handwerkerkosten absetzen über 2 Jahre: häufige Fragen
Gilt die Verteilung auch für eine selbstgenutzte Immobilie?
Nein. § 82b EStDV gilt nur für vermietete Wohngebäude im Privatvermögen. Wer selbst im Haus wohnt, hat keine Werbungskosten und kann Erhaltungsaufwand nicht nach § 82b strecken. Nur bei Baudenkmalen und in Sanierungsgebieten hilft § 10f EStG. Sonst bleibt die Steuerermäßigung nach § 35a EStG, deren Höchstbetrag von 1.200 Euro sich mit einer geteilten Zahlung in zwei Jahren nutzen lässt. Bei einem Zweifamilienhaus mit einer vermieteten Wohnung gilt die Verteilung nur für den Anteil der Kosten, der auf die vermietete Wohnung entfällt.
Kann ich den Zeitraum der Verteilung nachträglich ändern?
Ja, solange der Bescheid für das Zahlungsjahr noch nicht bestandskräftig ist. Bis dahin können Sie zwischen Sofortabzug und Verteilung wechseln oder die Zahl der Jahre ändern, etwa im Einspruch. Ist der Bescheid bestandskräftig, bindet Sie die Wahl für diese Maßnahme. Eine neue Sanierung in einem späteren Jahr können Sie dagegen wieder frei behandeln.
Müssen Ehepartner als Miteigentümer denselben Zeitraum wählen?
Ja. Gehört das Haus mehreren Personen, müssen alle den Aufwand auf denselben Zeitraum verteilen. Das steht ausdrücklich in § 82b Abs. 3 EStDV. Stimmen Sie die Wahl vorher ab.
Darf ich verteilen, wenn im Haus auch ein Laden oder ein Büro ist?
Ja, wenn die Wohnfläche mehr als die Hälfte der gesamten Nutzfläche ausmacht. Dann dient das Gebäude überwiegend Wohnzwecken, und die Verteilung gilt für die Kosten des ganzen Hauses. Liegt der Anteil der Wohnungen bei der Hälfte oder darunter, ist die Verteilung nach § 82b ausgeschlossen. Ausnahmen gelten nur für Baudenkmale und Gebäude in Sanierungsgebieten nach § 11a und § 11b EStG.
Jetzt handeln
Restnutzungsdauer-Gutachten anfragen
Festpreis nach Wohnfläche ab 895 €. In der Regel 3 Wochen Bearbeitungszeit, mit Express-Aufschlag binnen 3 Werktagen. Vor-Ort-Besichtigung durch zertifizierte Sachverständige.





