Was ist der Modernisierungsgrad?
Der Modernisierungsgrad ist ein Maß dafür, wie stark ein Gebäude durch Modernisierungen auf einen jüngeren baulichen Zustand gebracht wurde. Er übersetzt durchgeführte Sanierungen in eine vergleichbare Kennzahl. Grundlage ist Anlage 2 der ImmoWertV 2021. Über den Modernisierungsgrad wird ein fiktives Baujahr abgeleitet, das die wirtschaftliche Restnutzungsdauer und damit den Abschreibungssatz bestimmt.
Wie wird der Modernisierungsgrad berechnet?
Der Modernisierungsgrad wird über ein Punktesystem berechnet. Nach Anlage 2 ImmoWertV vergibt der Sachverständige für acht Modernisierungselemente bis zu insgesamt 20 Punkte. Je mehr Punkte, desto höher der Modernisierungsgrad und desto jünger das fiktive Baujahr. Aus der Summe der Punkte, dem tatsächlichen Alter und der Gesamtnutzungsdauer ergibt sich rechnerisch die Restnutzungsdauer.
Welche Modernisierungen zählen und wie viele Punkte gibt es?
Welche Modernisierungen zählen, gibt Anlage 2 ImmoWertV mit festen Punktwerten vor:
| Modernisierungselement | Punkte |
|---|---|
| Dacherneuerung inkl. Wärmedämmung | 4 |
| Wärmedämmung der Außenwände | 4 |
| Modernisierung der Fenster und Außentüren | 2 |
| Modernisierung der Heizungsanlage | 2 |
| Modernisierung der Leitungssysteme | 2 |
| Modernisierung der Bäder | 2 |
| Modernisierung des Innenausbaus | 2 |
| Wesentliche Verbesserung der Grundrissgestaltung | 2 |
Maximal sind 20 Punkte erreichbar.
Wie beeinflusst der Modernisierungsgrad die Restnutzungsdauer?
Der Modernisierungsgrad beeinflusst die Restnutzungsdauer über das fiktive Baujahr. Wenige Punkte bedeuten einen geringen Modernisierungsgrad, ein Gebäude nah am tatsächlichen Alter und damit eine kurze Restnutzungsdauer. Viele Punkte verjüngen das Gebäude rechnerisch und verlängern die Restnutzungsdauer. Grob reichen 0 bis 1 Punkte für "nicht modernisiert" bis 18 bis 20 Punkte für "umfassend kernsaniert".
Warum ist der Modernisierungsgrad für die AfA wichtig?
Der Modernisierungsgrad ist für die AfA wichtig, weil er über die Restnutzungsdauer den Abschreibungssatz steuert. Eine kurze Restnutzungsdauer erlaubt statt der pauschalen 2 Prozent einen höheren Satz von typisch 3 bis 5 Prozent. Im Restnutzungsdauergutachten ist die nachvollziehbare Bewertung des Modernisierungsgrads nach Anlage 2 ImmoWertV daher der zentrale Schritt.
Sie wollen den Modernisierungsgrad Ihrer Immobilie fachlich bewerten lassen? Hier geht es zum Gutachten.
Aktualisiert am 6. Juni 2026 · Fachlich geprüft von Cristóbal Cuadra Garcia, Zertifizierter Sachverständiger (DIN EN ISO/IEC 17024).
Verwandte Begriffe
Jetzt handeln
Restnutzungsdauer-Gutachten anfragen
Festpreis nach Wohnfläche ab 895 €, vom Finanzamt anerkannt nach ImmoWertV. In der Regel 3 Wochen Bearbeitungszeit, mit Express binnen 3 Werktagen. Vor-Ort-Besichtigung durch zertifizierte Sachverständige.