Was ist der Liegenschaftszinssatz?
Der Liegenschaftszinssatz ist nach § 27 Abs. 2 ImmoWertV 2021 der Zinssatz, mit dem Verkehrswerte von Grundstücken im Durchschnitt marktüblich verzinst werden. Er drückt aus, welche Rendite Käufer am örtlichen Markt für eine vermietete Immobilie erwarten, und ist der zentrale Kapitalisierungszinssatz im Ertragswertverfahren.
Wie hoch ist der Liegenschaftszinssatz?
Die Höhe des Liegenschaftszinssatzes hängt von Objektart und Lage ab. Für Mehrfamilienhäuser in guten Lagen liegt er typischerweise zwischen 2,5 und 4,5 Prozent, in Spitzenlagen von Großstädten teils darunter, in ländlichen oder strukturschwachen Regionen bei 5 bis 7 Prozent. Für Geschäfts- und Gewerbeimmobilien liegt er höher, meist zwischen 4 und 8 Prozent. Die genauen Werte veröffentlichen die Gutachterausschüsse.
Woher stammt der Liegenschaftszinssatz?
Der Liegenschaftszinssatz stammt von den örtlichen Gutachterausschüssen, die ihn jährlich aus ausgewerteten Kaufpreisen ableiten und in ihren Grundstücksmarktberichten veröffentlichen. Er ist keine frei wählbare Größe, sondern eine marktgestützte Kenngröße, die auch über das Portal BORIS abrufbar ist.
Wie beeinflusst der Liegenschaftszinssatz den Wert?
Der Liegenschaftszinssatz beeinflusst den Wert gegenläufig: Ein hoher Zinssatz senkt den Vervielfältiger und damit den Ertragswert, ein niedriger Zinssatz hebt beide. Zusammen mit der Restnutzungsdauer bestimmt er im Ertragswertverfahren den Barwertfaktor für die künftigen Erträge.
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Aktualisiert am 14. Juli 2026 · Fachlich geprüft von Cristobal Cuadra Garcia, Zertifizierter Sachverständiger (DIN EN ISO/IEC 17024).
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