Werbungskosten Vermietung umfassen jede Ausgabe, die Sie tätigen, um Mieteinnahmen zu erzielen, zu sichern und zu erhalten. Sie mindern im Vordruck den Überschuss, den das Finanzamt besteuert. Dieser Ratgeber geht die Posten einzeln durch: von Kreditzinsen, Grundsteuer und Fahrten über Rücklage, Grundschuld und Straßenbaukosten bis zur AfA als größtem Posten. Die Steuerhöhe selbst erklärt der Ratgeber Mieteinnahmen versteuern. Hier geht es darum, welche Kosten Sie überhaupt ansetzen dürfen.
Anlage V Steuererklärung
Die Anlage V Steuererklärung ist der Vordruck, in dem private Vermieter Einnahmen und Werbungskosten je Objekt erklären. Für jedes Gebäude füllen Sie eine eigene Anlage aus. Oben stehen die Einnahmen, darunter die Werbungskosten, am Ende der Überschuss. Er fließt in Ihre Einkommensteuererklärung ein. Wer die Steuererklärung Mieteinnahmen vorbereitet, sammelt die Belege je Objekt. Für die Steuererklärung Mieteinnahmen gilt: Der Überschuss ist nur so vollständig wie die Kostenzeilen.
Rechtsgrundlage der Abzüge ist § 9 EStG. Dort stehen die wichtigsten Posten: Schuldzinsen (Nr. 1), Steuern vom Grundbesitz und Versicherungsbeiträge für das Gebäude (Nr. 2) und die Absetzung für Abnutzung (Nr. 7). Die Anlage V gliedert das in Zeilen für Schuldzinsen, Erhaltungsaufwand, Grundsteuer, Verwaltung und sonstige Kosten. Die Zeilennummern ändern sich von Jahr zu Jahr, deshalb lohnt der Blick in den Vordruck des jeweiligen Jahres.
Zwei Grundregeln helfen bei jeder Zeile. Erstens gilt das Zuflussprinzip des § 11 EStG: Eine Ausgabe zählt grundsätzlich in dem Jahr, in dem Sie sie zahlen. Zweitens muss ein Zusammenhang mit der Vermietung bestehen. Was Sie privat nutzen, etwa den eigenen Keller im Zweifamilienhaus, ziehen Sie nicht ab oder nur anteilig.
Werbungskosten Vermietung und Verpachtung Pauschale
Eine Werbungskosten Vermietung und Verpachtung Pauschale existiert nicht: Wer bei der Vermietung Steuer absetzen will, braucht Belege. Wer als Arbeitnehmer den Pauschbetrag von 1.230 Euro kennt, sollte ihn nicht auf die Vermietung übertragen: § 9a EStG sieht Pauschbeträge allein für Arbeitslohn, Versorgungsbezüge und bestimmte sonstige Einkünfte vor. Für Vermietung und Verpachtung fehlt eine solche Zeile.
Daraus folgt, dass jede Ausgabe belegt sein muss. Heben Sie Rechnungen, Kontoauszüge, Hausgeldabrechnung, Grundsteuerbescheid und die Jahresbescheinigung der Bank auf. Auch einen Höchstbetrag kennt das Gesetz nicht. Wer bei einer Vermietung Steuer absetzen möchte, darf alles ansetzen, was die Vermietung veranlasst hat, in voller Höhe.
Ein Ausweg bei kleinen Posten ist die Schätzung, etwa für Porto, Telefon und Kontoführung. Sie ist nur dann tragfähig, wenn Sie ehrlich schätzen und die Ausgaben erkennbar anfallen. Größere Beträge wie Handwerker, Zinsen oder Hausgeld sollten immer mit Beleg erklärt werden. Wer eine Pauschale sucht, findet sie im Ergebnis an anderer Stelle: bei der AfA, die ohne Zahlung wirkt und mit der richtigen Nutzungsdauer den größten Abzug bringt.
Vorweggenommene Werbungskosten Vermietung
Vorweggenommene Werbungskosten Vermietung entstehen, bevor die erste Miete fließt: beim Renovieren des gekauften Hauses, bei Inseraten, Maklerkosten für die Mietersuche oder Zinsen für den Kredit in der Leerstandsphase. Sie sind abziehbar, wenn Sie die Absicht zu vermieten ernsthaft und endgültig gefasst haben und das belegen können.
Der Nachweis ist die eigentliche Arbeit. Das Finanzamt verlangt keine Miete, aber Spuren: Inserate mit Datum, Mails an Interessenten, ein Maklerauftrag, ein Mietvertragsentwurf. Wer ein Haus erst renoviert und danach selbst einzieht, kann die Kosten nicht abziehen, denn dann fehlt die Vermietungsabsicht.
Je länger der Leerstand dauert, desto genauer schaut das Amt hin. Halten Sie Ihre Suche lückenlos fest, auch wenn der Markt schwierig ist. Dasselbe gilt für die AfA: Sie läuft ab Anschaffung oder Fertigstellung weiter, sofern die Vermietungsabsicht belegt ist, mehr dazu im Ratgeber Eigentumswohnung abschreiben. Wie Renovierung vor dem ersten Mieter behandelt wird, steht im Beitrag Renovierungskosten der Mietwohnung.
Immobilienkredit steuerlich absetzen
Einen Immobilienkredit steuerlich absetzen können Sie bei Vermietung nur zum Teil. Beim Hauskredit steuerlich absetzbar sind die Zinsen, nicht die Rate. Die Zinsen sind Werbungskosten, die Tilgung ist es nicht. Grundlage ist § 9 EStG, der Schuldzinsen zulässt, soweit sie wirtschaftlich zur Einkunftsart gehören. Ist ein Hauskredit steuerlich absetzbar, gilt das ebenso für ein Bauspardarlehen oder ein KfW-Darlehen, solange das Geld in das vermietete Objekt geflossen ist.
Auch die Nebenkosten des Darlehens gehören dazu: Bereitstellungszinsen, Kontoführung des Darlehenskontos und die Gebühren für die Grundschuldbestellung, dazu mehr im Abschnitt zur Löschung der Grundschuld. Die Jahresbescheinigung der Bank weist den Zinsanteil aus. Tragen Sie ihn in die Zeile für Schuldzinsen ein, nicht die ganze Rate.
Bei Teilvermietung, etwa bei einem Haus mit Einliegerwohnung, ziehen Sie nur den Zinsanteil der vermieteten Fläche ab. Wurde das Darlehen teils für das selbst genutzte Haus und teils für das Mietobjekt aufgenommen, ist es aufzuteilen.
Das Gegenstück zum Zins ist die Anschaffung. Der Kaufpreis wirkt nicht sofort, sondern über die AfA auf den Gebäudeanteil. Beides zusammen, Zins sofort und AfA verteilt, bildet den Kern der steuerlichen Wirkung einer finanzierten Mietwohnung. Wie sich das auf die Rendite auswirkt, zeigt der Ratgeber Mietrendite berechnen.
Vermietung und Verpachtung Werbungskosten Fahrtkosten
Vermietung und Verpachtung Werbungskosten Fahrtkosten zu erklären lohnt sich, weil Vermieter ihre Objekte regelmäßig aufsuchen: zur Kontrolle, zu Besichtigungen, zu Handwerkern und zur Abnahme bei Mieterwechsel. Diese Fahrten sind Werbungskosten.
Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 01.12.2015 (IX R 18/15) setzen Sie im Regelfall pauschal 0,30 Euro je gefahrenem Kilometer an, also für Hin- und Rückfahrt. Nur wenn das Mietobjekt ausnahmsweise Ihre regelmäßige Arbeitsstätte ist, etwa bei fast täglicher Anwesenheit, gilt die ungünstigere Entfernungspauschale, die nur die einfache Strecke berücksichtigt. Für den normalen Vermieter ist das die Ausnahme.
Führen Sie ein einfaches Fahrtenbuch mit Datum, Anlass und Kilometern. Beispiel: Zehn Fahrten im Jahr zu je 50 Kilometern hin und zurück ergeben 500 Kilometer und damit 150 Euro. Wer die Wohnung in Stuttgart aus der Ferne verwaltet, kommt schnell auf ein Mehrfaches. Auch Fahrten zu einer Eigentümerversammlung zählen dazu. Der Beleg für den Anlass entscheidet: Eine Einladung, ein Handwerkertermin oder ein Übergabeprotokoll genügen.
Instandhaltungsrücklage Steuer
Die Instandhaltungsrücklage Steuer folgt einer klaren Linie: Einzahlungen in die Erhaltungsrücklage sind noch keine Werbungskosten. Laut Urteil des Bundesfinanzhofs vom 14.01.2025 (IX R 19/24) erfolgt der Abzug erst, wenn die Eigentümergemeinschaft das Geld tatsächlich für eine Erhaltungsmaßnahme ausgibt. Daran ändert auch die Reform des Wohnungseigentumsgesetzes von 2020 nichts.
Im Hausgeld sind deshalb zwei Teile zu trennen. Der laufende Teil, also Verwaltung, Versicherung, Reinigung und Hausmeister, ist abziehbar. Der Anteil für die Rücklage ist es erst später. Ihre Hausgeldabrechnung weist die Zuführung getrennt aus.
Wird etwa das Dach aus der Rücklage bezahlt, setzen Sie Ihren Anteil an den Kosten in dem Jahr an, in dem die Gemeinschaft zahlt. Wie eine Sonderumlage für eine konkrete Maßnahme zu behandeln ist, hängt vom Einzelfall ab. Dabei hilft die Abgrenzung im Lexikonartikel Erhaltungsaufwand und, bei größeren Arbeiten in den ersten drei Jahren nach dem Kauf, der Beitrag zu anschaffungsnahen Herstellungskosten.
Straßenbaukosten steuerlich absetzbar bei Vermietung
Straßenbaukosten steuerlich absetzbar bei Vermietung? Es kommt darauf an, was die Gemeinde mit dem Beitrag bezahlt. Die Einordnung folgt der Frage, ob Ihr Grundstück dadurch etwas Neues bekommt.
Beitrag für die erstmalige Erschließung: Er erhöht in aller Regel die Anschaffungskosten des Grund und Bodens. Boden wird nicht abgeschrieben, Sie haben dann keinen laufenden Abzug, sondern erst beim Verkauf einen Effekt, siehe Grund und Boden nicht abschreibbar.
Beitrag für Erneuerung oder Verbesserung einer schon vorhandenen Straße, wenn sich die Nutzbarkeit Ihres Grundstücks nicht ändert: Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs gehören solche Beiträge dann nicht zu den Anschaffungskosten, solange sich das Grundstück in Substanz und Wesen nicht ändert. Sie können dann als Werbungskosten im Jahr der Zahlung abziehbar sein. Zur Einordnung hilft die Frage, ob die Straße vorher bereits benutzbar und erschlossen war.
Weil die Abgrenzung am Einzelfall hängt, lohnt der Blick in den Beitragsbescheid. Lassen Sie sich von der Gemeinde schriftlich bestätigen, wofür der Betrag erhoben wurde, und fragen Sie bei großen Summen Ihren Steuerberater. Eine feste Regel nur nach dem Wort „Straßenbau“ gibt es nicht.
Löschung Grundschuld steuerlich absetzbar
Die Löschung Grundschuld steuerlich absetzbar zu machen, ist bei vermieteten Objekten eine Einzelfallfrage. Die Kosten für Notar und Grundbuchamt bei der Bestellung der Grundschuld für Ihr Darlehen sind Geldbeschaffungskosten und damit sofort abziehbarer Finanzierungsaufwand, wie der Ratgeber Grunderwerbsteuer absetzen zeigt.
Bei der Löschung nach Rückzahlung des Kredits ist keine einheitliche Primärquelle belegt. Wird das Darlehen für das vermietete Objekt zurückgezahlt und die Grundschuld gelöscht, spricht der Zusammenhang mit der Finanzierung der Vermietung für den Abzug. Erfolgt die Löschung im Zuge eines steuerbaren Verkaufs, kommt auch eine Einordnung bei den Veräußerungskosten in Betracht, dazu der Beitrag zur Spekulationssteuer.
Wer den Abzug ansetzt, sollte die Rechnung getrennt aufheben und im Zweifel beim Finanzamt anfragen oder den Steuerberater einbinden. Ob der Abzug anerkannt wird, lässt sich nicht allgemein zusagen. Sicherer ist der Abzug für die Bestellung. Die Löschung klären Sie im Einzelfall.
Kann man die Grundsteuer von der Steuer absetzen
Kann man die Grundsteuer von der Steuer absetzen? Bei vermieteten Immobilien ja: Steuern vom Grundbesitz sind nach § 9 EStG Werbungskosten, soweit sie sich auf Gebäude beziehen, die der Einnahmeerzielung dienen. Für die selbst genutzte Wohnung gilt das nicht, dort ist die Grundsteuer kein abziehbarer Posten.
Entscheidend ist, wer die Grundsteuer trägt. Legen Sie sie nach § 2 BetrKV auf den Mieter um, ist sie ein durchlaufender Posten: Die Vorauszahlungen des Mieters sind Einnahme, die Grundsteuer Ausgabe, und beides hebt sich im Vordruck weitgehend auf. Tragen Sie sie selbst, etwa bei Leerstand oder wenn die Umlage nicht vereinbart ist, mindert sie Ihren Überschuss.
Wichtig ist das Jahr der Zahlung. Der Bescheid und die Quartalsraten laufen nach den Fälligkeiten der Gemeinde, deshalb zählt, was in diesem Kalenderjahr abgeflossen ist. Bei gemischt genutzten Häusern wird nur der Anteil der vermieteten Fläche abgezogen, dazu der Ratgeber gemischt genutzte Gebäude. Mehr als ein Werbungskostenposten ist die Grundsteuer hier nicht, über ihre Berechnung entscheidet die Gemeinde.
Grundbesitzabgaben steuerlich absetzbar
Grundbesitzabgaben steuerlich absetzbar sind bei Vermietung zusammen mit der Grundsteuer unter den Begriff „sonstige öffentliche Abgaben“ in § 9 EStG gefasst. Gemeint sind Müllabfuhr, Straßenreinigung, Wasser und Abwasser sowie Niederschlagswasser. Auch die Kosten des Schornsteinfegers lassen sich ansetzen, soweit sie sich auf das vermietete Gebäude beziehen.
Auch hier trennt der Mietvertrag. Sind die Abgaben als Betriebskosten umlagefähig, wirken sie durchlaufend, wie es der Ratgeber Mieteinnahmen versteuern für die Nebenkosten beschreibt. Nicht umgelegte Abgaben, etwa bei Leerstand zwischen zwei Mietern, ziehen Sie als eigene Werbungskosten ab.
Ebenso gehören Gebäudeversicherungen dazu: Wohngebäude-, Feuer-, Leitungswasser-, Sturm- und Haftpflichtversicherung. Hausratversicherung für Ihre eigenen Sachen zählt nicht. Bei Eigentumswohnungen stehen die Prämien meist in der Hausgeldabrechnung, bei Häusern in den Rechnungen des Versicherers. Prüfen Sie beim Jahresbescheid, ob der Betrag nur das Mietobjekt betrifft.
Haus und Grund Beitrag steuerlich absetzbar
Der Haus und Grund Beitrag steuerlich absetzbar? Der Mitgliedsbeitrag zu einem Eigentümerverband ist bei Vermietung nach verbreiteter Ansicht als Werbungskosten ansetzbar, soweit die Mitgliedschaft der Verwaltung der vermieteten Immobilie dient. Ob das Finanzamt ihn anerkennt, hängt vom Einzelfall ab. Wer seine Wohnung nur selbst nutzt, kann ihn nicht abziehen.
Die Prämie einer Vermieter-Rechtsschutzversicherung gehört zu den Versicherungsbeiträgen, die sich auf das Gebäude beziehen (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 2 EStG). Ob Vermieter Rechtsschutz steuerlich absetzbar ist, hängt am Deckungsumfang der Police. Vermieter Rechtsschutz steuerlich absetzbar ist die Prämie insoweit, als er Streit um Miete, Kündigung und Nebenkosten abdeckt. Deckt die Police auch Privatrisiken ab, teilen Sie die Prämie auf. Fragen Sie den Versicherer nach dem Anteil der Vermietung, oder sparen Sie sich die Mischpolice und schließen einen eigenen Vermieter-Baustein ab.
Zu diesen Kosten kommen die Kosten eines Prozesses gegen einen säumigen Mieter, Anwaltskosten für eine Mieterhöhung und der Steuerberater für die Anlage V. Sie alle zählen, wenn die Vermietung der Anlass ist. Wer eine Mieterhöhung plant, findet die Grundlagen im Ratgeber Mieterhöhung 2026.
Nachträgliche Werbungskosten Vermietung
Nachträgliche Werbungskosten Vermietung fallen an, wenn die Vermietung schon beendet ist, etwa nach einem Verkauf, der Kredit aber noch läuft. Nach dem Urteil vom 20.06.2012 (IX R 67/10) sind Schuldzinsen für das Darlehen auch nach einem steuerbaren Verkauf weiter abziehbar, wenn und soweit der Erlös nicht reicht, den Kredit zu tilgen.
Der Haken liegt im Erlös. Mit Urteil vom 06.12.2017 (IX R 4/17) hat der Bundesfinanzhof klargestellt, dass es darauf ankommt, was mit dem Verkaufserlös geschieht. Die bloße Absicht, ihn in ein neues Mietobjekt zu stecken, genügt nicht, wenn es dazu noch nicht gekommen ist. Reichte der Erlös zur Tilgung, wurde aber anders verwendet, entfällt der Abzug für die verbleibenden Zinsen.
Beispiel: Sie verkaufen eine Wohnung für 200.000 Euro, der Kredit beträgt noch 240.000 Euro. Der Erlös geht an die Bank, 40.000 Euro bleiben offen. Auf diese Restschuld laufen Zinsen weiter, und sie können unter den genannten Voraussetzungen nachträglich abziehbar sein. Ob das in Ihrem Fall gilt, hängt an Verkaufszeitpunkt, Steuerbarkeit und Zahlungsfluss, daher ist hier ein Steuerberater sinnvoll.
Anlage V Werbungskosten
Anlage V Werbungskosten ergeben zusammen den Betrag, der Ihren Überschuss senkt, und der größte Einzelposten ist meist die AfA. Das folgende Rechenbeispiel stellt eine Wohnung in Stuttgart-Feuerbach dar, Baujahr um 1970. Annahmen wie im Ratgeber zu den Mieteinnahmen: 1.000 Euro Kaltmiete im Monat, 12.000 Euro im Jahr, 180.000 Euro Gebäudeanteil, 2.400 Euro Zinsen. Die sonstigen Kosten von 1.600 Euro setzen sich zusammen aus nicht umlagefähigem Hausgeld (800 Euro), Reparatur (450), Rechtsschutz (160), Fahrten (150) und Kontoführung (40).
Ohne Gutachten gelten 2 Prozent AfA, also 3.600 Euro. Belegt ein Gutachten 25 Jahre Restnutzungsdauer, sind es 100 geteilt durch 25, also 4 Prozent und 7.200 Euro.
| Position | Mit 2 Prozent AfA | Mit Gutachten (25 Jahre, 4 Prozent) |
|---|---|---|
| Mieteinnahmen pro Jahr | 12.000 Euro | 12.000 Euro |
| Schuldzinsen | minus 2.400 Euro | minus 2.400 Euro |
| Sonstige Werbungskosten | minus 1.600 Euro | minus 1.600 Euro |
| AfA auf 180.000 Euro | minus 3.600 Euro | minus 7.200 Euro |
| Überschuss | 4.400 Euro | 800 Euro |
| Steuer bei 40.000 Euro übrigem Einkommen | 1.427 Euro | 254 Euro |
| Steuer bei 80.000 Euro übrigem Einkommen | 1.848 Euro | 336 Euro |
Die Ersparnis beträgt 1.173 Euro bei 40.000 Euro und 1.512 Euro bei 80.000 Euro sonstigem Einkommen, Jahr für Jahr. Tarif 2026 für Ledige, ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, alles Richtwerte.
Der höhere Satz wird in der Anlage V in der Zeile für die Absetzung für Abnutzung bei Gebäuden eingetragen, in der Sie auch Methode und Prozentsatz nennen. Wie das Ausfüllen im Einzelnen geht, zeigt der Ratgeber AfA-Tabelle Immobilien, und wie Sie das Gutachten beim Finanzamt einreichen, die Seite AfA einreichen. Insgesamt schreiben Sie nicht mehr ab, nur früher.
Erst Restnutzungsdauergutachten, dann Anlage V: so heben Sie den größten Posten
Von allen Werbungskosten ist die AfA der einzige Posten, den Sie selbst durch einen Nachweis verändern können. Zinsen, Grundsteuer und Hausgeld stehen fest. Nach § 7 Abs. 4 Satz 2 EStG dürfen Sie statt der pauschalen Sätze die tatsächliche, kürzere Nutzungsdauer ansetzen, wenn Sie sie nachweisen. Dafür dient ein Restnutzungsdauergutachten.
Der Bundesfinanzhof hat dazu zwei Urteile gefällt. Im Urteil IX R 25/19 vom 28.07.2021 genügt jede im Einzelfall geeignete Methode. Im Urteil IX R 14/23 vom 23.01.2024 ist der bloße Verweis auf die modellhafte Restnutzungsdauer nach ImmoWertV nicht genug, das Gutachten muss auf das konkrete Objekt eingehen. Das BMF-Schreiben vom 22.02.2023, das die Anforderungen zeitweise verschärfte, wurde mit BMF-Schreiben vom 01.12.2025 aufgehoben, ein Nachfolgeschreiben liegt nicht vor. Die geplante Beschränkung auf öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige im Entwurf der EStDV vom August 2025 wurde gestrichen, kann aber wiederkommen. Ob Ihr Finanzamt das Gutachten anerkennt, prüft es im Einzelfall.
Das Gutachten selbst ist bei Vermietung in der Regel als Werbungskosten abziehbar. Bei der Wohnung in Stuttgart steht ihm im Beispiel eine Ersparnis von 1.173 bis 1.512 Euro im Jahr gegenüber. Der Preis beginnt bei 895 Euro brutto, inklusive 19 Prozent Umsatzsteuer, für Objekte bis 299 Quadratmeter Wohnfläche. Den Preis für Ihr Objekt zeigt der Preisrechner.
Das funktioniert sogar für offene Bescheide früherer Jahre. Das Gutachten lässt sich auf einen Stichtag in der Vergangenheit erstellen, sofern sich der damalige Zustand belegen lässt, wie der Beitrag Nutzungsdauer-Gutachten rückwirkend zeigt.
Die Reihenfolge zählt: Erst das Gutachten, dann die Erklärung, damit der höhere Satz in der nächsten Anlage V steht. Wie viel Potenzial Ihr Haus hat, zeigt der Nutzungsdauer-Rechner. Die Werte für Ihr Objekt rechnen Sie im AfA-Rechner durch. Die Gestaltung im Einzelfall klären Sie mit Ihrem Steuerberater.
Werbungskosten bei Vermietung: häufige Fragen
Was sind übrige Werbungskosten bei Vermietung und Verpachtung?
Übrige Werbungskosten bei Vermietung und Verpachtung sind Ausgaben, für die die Anlage V keine eigene Zeile vorsieht. Dazu zählen Kontoführung, Porto, Telefon, Fahrten zum Objekt, Kosten der Hausverwaltung, Mitgliedsbeiträge, Rechtsschutz und der Steuerberater. Zinsen, Grundsteuer, Erhaltungsaufwand und AfA tragen Sie dagegen in ihre eigenen Zeilen ein. Welche Zeile genau gilt, zeigt der Vordruck des jeweiligen Jahres.
Wie hoch ist der Höchstbetrag für Werbungskosten bei Vermietung?
Einen Höchstbetrag für Werbungskosten bei Vermietung kennt das Gesetz nicht. Abziehbar ist, was die Vermietung veranlasst hat und belegt ist. Eine Grenze setzt § 21 Abs. 2 EStG bei sehr günstiger Wohnungsmiete: Unter 50 Prozent der ortsüblichen Marktmiete sind die Kosten aufzuteilen, ab 66 Prozent gilt die Vermietung als entgeltlich, dazwischen kommt es auf den Einzelfall an. Ein Verlust ist mit anderen Einkünften verrechenbar, sofern das Finanzamt die Einkünfteerzielungsabsicht anerkennt.
Was sind keine Werbungskosten bei Vermietung?
Nicht abziehbar sind bei Vermietung die Tilgung des Kredits, Ausgaben für die eigene Nutzung, der Kaufpreis selbst und Zahlungen in die Instandhaltungsrücklage, solange sie nicht ausgegeben wurden. Anschaffungskosten wirken nur über die AfA auf den Gebäudeanteil. Auch Kosten, die Ihnen die Mieter erstatten, sind kein Verlust: Sie gehören erst als Einnahme in die Anlage V und dann als Ausgabe.
Kann ich die Entrümpelung als Werbungskosten für die Vermietung absetzen?
Die Entrümpelung als Werbungskosten für die Vermietung ist in der Regel absetzbar, wenn sie die Wohnung vermietbar macht, etwa nach dem Auszug eines Mieters oder bei einem leer stehenden Haus, das Sie vermieten wollen. Das ist Erhaltungs- oder Vorbereitungsaufwand. Räumen Sie dagegen Ihren eigenen Hausrat aus, bleibt es Privatsache. Heben Sie Rechnung und Nachweis des Zwecks auf.
Kann ich Werbungskosten für die Vermietung einer Immobilie auch bei Leerstand abziehen?
Bei Leerstand sind die Kosten Ihrer Immobilie abziehbar, solange Sie die Vermietungsabsicht belegen können. Inserate, Mails mit Interessenten und ein Maklerauftrag zeigen, dass die Wohnung zur Vermietung bereitsteht. Zieht sich der Leerstand über Jahre, wird das Finanzamt kritischer. Bei einem Eigennutzungswunsch oder bei einem Angebot weit über Marktniveau kann der Abzug entfallen.
Kann ich einen Computer als Werbungskosten bei der Vermietung geltend machen?
Einen Computer als Werbungskosten bei der Vermietung können Sie nur in dem Umfang ansetzen, in dem Sie ihn tatsächlich zum Vermieten nutzen. Für einen Privatrechner mit gelegentlicher Mietverwaltung ist der Anteil klein und schwer nachweisbar. Bei größerem Bestand mit regelmäßiger Verwaltung ist ein anteiliger Ansatz denkbar. Ob der Kaufpreis sofort oder über mehrere Jahre abgesetzt wird, klären Sie mit Ihrem Steuerberater.
Jetzt handeln
Restnutzungsdauer-Gutachten anfragen
Festpreis nach Wohnfläche ab 895 €. In der Regel 3 Wochen Bearbeitungszeit, mit Express-Aufschlag binnen 3 Werktagen. Vor-Ort-Besichtigung durch zertifizierte Sachverständige.
Weitere Artikel zum Thema
Alle Artikel zu Vermieten und Steuern →
Vermieten und SteuernMieteinnahmen versteuern: Steuer auf 500, 1.000 und 10.000 Euro Miete
Vermieten und SteuernMietrendite berechnen: Brutto, Netto und nach Steuern (2026)
Vermieten und SteuernVermietung an Angehörige: 66-Prozent-Grenze und Mindestmiete 2026
Vermieten und SteuernMieterhöhung 2026: Regeln und Berechnung

